Ausstellungsansicht
Palais der aktuellen Kunst Glückstadt
2018
Plasmarama verhandelt Körperlichkeit über Materialspannung, symbolische Aufladung und das Sichtbarmachen von Machtverhältnissen im Objekt. Die Installation besteht aus einer Reihe rosa Latexballons, die durch einen hölzernen Ring fixiert sind. In ihrer strengen Anordnung und temporären Aufrichtung rufen sie phallische Assoziationen hervor – der Phallus erscheint hier nicht als biologisches Symbol, sondern als strukturelle Geste von Präsenz, Dominanz und Formbehauptung.
Die scheinbare Omnipotenz dieser aufgeblasenen Körper ist jedoch instabil. Mit dem kontinuierlichen Luftverlust wird die zuvor gespannte Form weich, kollabiert. Der Holzring, der anfangs als Halter fungiert, übernimmt nun eine stützende Funktion und das System kippt von Kontrolle in Fürsorge, von Spannkraft in Fragilität.
Der gegenübergestellte Druckkörper, auf zwei überlagernden Ebenen entstanden, verweist auf organische Formen wie Gedärm oder Gewebe. Seine Unschärfe erzeugt eine ästhetische Irritation und öffnet ein semantisches Feld zwischen Innerem und Äußerem, zwischen Technik und Körper.
Plasmarama ist eine Reflexion über Aufladung und Entladung, über das Sichtbarmachen von Machtformen im Material. Der phallische Körper wird nicht dekonstruiert, sondern in seiner Instabilität sichtbar gemacht: als System, das auf Spannung basiert und mit dem Verlust von Energie seine Symbolkraft einbüßt.